Hilfeleistungseinsätze 2010



Gefahrgut-Unfall auf der B 505, 15.02.2010

Am Rosenmontag wurden gegen 11:30 Uhr die Ständige Wache der FF Bamberg, sowie die Freiwilligen Feuerwehren Strullendorf und Pettstadt zu einem schweren Verkehrsunfall auf die B 505 zwischen Bamberg Süd und Pettstadt alarmiert.
Nach dem Eintreffen der ersten Kräfte am Unfallort stellte sich heraus, dass dieser sich zwischen den Anschlussstellen Bamberg Süd und der Autobahn BAB 73 befindet. Außerdem war bereits von Weitem zu erkennen, dass es sich bei dem verunfallten LKW um einen Gefahrguttransporter handelt.
Nach Sondierung der Lage wurde die Gefahrgut-Einheit der FF Bamberg (Löschgruppe Neuerbstraße und Löschgruppe Luitpoldschule) alarmiert sowie die UG-ÖEL der Stadt Bamberg und die Fahrzeuge der UG-ÖEL des Landkreises Bamberg.

Für die Einsatzkräfte stellte sich die Lage wie folgt dar: Auf dem letzten Teilabschnitt der B 505, die in diesem Bereich als Zubringer zur Autobahn BAB 73 dient, waren kurz nach einer Fußweg-überführung über die B 505 auf der rechten Fahrbahn ein Anhänger und ca. 150 m weiter ein LKW-Zufahrzeug zu erkennen. Später stellte sich heraus, dass sich die vordere Achse des Anhängers samt Drehgestell noch in der Anhängekupplung des Zugfahrzeugs befand; sie wurde vom Anhänger abgerissen.
Der Blick über die ca. 200 m ausgedehnte Schadenstelle lies mehrere Gebinde unterschiedlicher Größe erkennen, die teils Leck geschlagen waren und ihren Inhalt über die Straße ergossen. Schnell konnte eruiert werden, um welche Stoffe es sich handelt (ölhaltige, brennbare flüssige und feste Abfälle, sowie Gebinde mit einer schwach ätzenden Säure, ebenfalls Abfall) und entsprechende Einsatzmaßnahmen eingeleitet werden: Die undichten Fässer wurden zunächst abgedichtet, nicht abdichtbare Gebinde wurden nach Abhängigkeit ihrer Position und Kritikalität abgepumpt. Hierzu konnten sowohl Ersatzgebinde von einer in Strullendorf befindlichen Firma schnell und unkompliziert an die Einsatzstelle verbracht werden. Auch ein Betrieb, bei dem die Gebinde bis zur Abholung durch die Spedition des verunfallten LKWs zwischengelagert werden konnten, wurde schnell in Pettstadt ausfindig gemacht.
Aufgrund der zahlreichen defekten Gebinde gestaltete sich die Bergung der Fässer und IBCs langwierig. Zähes Lack-Gemenge ließ sich nahezu nicht beseitigen.
Nach knapp sechs Stunden Arbeit waren alle Gebinde geborgen und die mit Gefahrstoff kontaminierten Materialien in Mulden verlastet werden, die der Entsorgung zugeführt wurden.
Die Bergungsarbeiten des LKWs und des Anhängers sowie die professionelle Reinigung der Straße durch eine Privatfirma dauerte noch mehrere Stunden an.

Eine direkte Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit. Auch Explosionsgefahr konnte nach Durchführung von Messungen ausgeschlossen werden. Als glücklicher Umstand erwiesen sich die Witterungsverhältnisse: trockenes Wetter, wenig Wind, gefrorener Boden, sodass auslaufendes Medium nicht direkt im Erdreich versickern konnte.
Unfallursache war ein geplatzter Reifen an der Zugmaschine. Dadurch muss das Gespann ins Schlingern geraten sein, infolge dessen der Anhänger gegen einen Brückenpfeiler schlug und zerschellte. Dabei wurden der Anhänger abgerissen und die Gebinde mit Gefahrgut ergossen sich über die Straße und das Bankett.

Besonderer Dank für die gute Zusammenarbeit darf an dieser Stelle den Kräften des Landkreises ausgesprochen werden, die während des gesamten Einsatzes die Kräfte der FF Bamberg unterstützten.




Die orange-farbene Warntafel war bereits bei der Anfahrt der Einsatzkräfte zu erkennen; demnach musste es sich um einen verunfallten Gefahrgut-Transporter handeln.

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Beim weiteren Annähern an die Unfallstelle waren auch die havarierten Gebinde erkennbar

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Die Aufräumarbeiten gestalteten sich aufwendig und langwierig

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Die Zugmaschine konnte erst nach etwa 150 m zum Stehen gebracht werden. Auch dort waren Gefahrstoff-Gebinde geladen, die geborgen werden mussten.

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Ein Blick auf das „Chaos“ auf dem Anhänger des Gespanns und an der Einsatzstelle

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Zur Beseitigung des kontaminierten Erdreichs mussten die Leitplanken demontiert werden. Aufgrund des gefrorenen Erdbodens konnte das Gefahrgut glücklicherweise nicht tief versickern.

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Bild-Quelle:
Fränkischer Tag / inFranken.de
sowie BR-online.de / Studio Franken



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